Ein Jahr im Kino: 2009
Januar:
Buddenbrooks
Willkommen bei den Sch'tis

Die Literaturverfilumg des Jahres war Pflichtprogramm. Doch leider war die Inszenierung sehr behäbig und mehr als Jessica Schwarz konnte man kaum in dem Film länger anschauen. - Die Komödie des Jahres (hier läuft sie noch immer in einem Programmkino) entschädigte dafür um so mehr. Selten habe ich in einem Kino so herzlich gelacht.
Februar:
Frost/Nixon

Der Politfilm des Jahres? Vermutlich, jedenfalls ein beeindruckendes Statement über die Macht. Die Macht der Presse, aber auch über die Macht(sucht) der mächtigen.
März:
Gran Torino
The Fall
Milk
Slumdog Millionaire

Der erste Film mit Clint Eastwood, den ich wirklich wahrnehme. Sicher ein Alterswerk, aber was für eines. Anschließend ein ziemlich verhunzter Fantasyfilm, allein sehenswert wegen zwei oder drei optischer Tricks und natürlich wegen des Kuchenbäckers. Im nächsten Film hat Sean Penn tatsächlich mal gelacht, ansonsten blieb der Film über einen schwulen Politiker hauptsächlich wegen der Hintergrundfakten in Erinnerung (man wollte Homosexuellen tatsächlich in den USA die Bürgerrechte aberkennen!). Zum Schluß schließlich der einzige Film des Jahres, den ich nicht allein im Kino angeschaut habe. Ein ganz enormer Film, der die gesamte Palette der Emotionen in einer Farborgie auf die Leinwand gebracht hat!
April:
Il Divo - Der Göttliche

Den habe ich nicht verstanden.
Mai:
John Rabe
C'est la vie

Es gibt tatsächlich noch Kapitel aus dem Naziregime, die sogar Guido Knopp nicht gelesen hat. Beeindruckend und beeindruckend gespielt. Der erste Film in diesem Jahr, der deutsche Schauspielkunst auf internationales Niveau gehoben hat. - Anschließend ein hinreißender Film über das Leben und den ganzen Rest. Unvergesslich für einen Musikverrückten wie mich wegen des Luftguitahrenwettbewerbs (mit Camille De Pazzis).
Juni:
Terminator - Die Erlösung

Lächerlich!
Juli:
Kleine Verbrechen
Affären a la carte

Eine griechische Insel und die Hauptstadt Frankreichs im Juli. Was will man mehr?
August:
Inglorious Basterds

Tarantino goes Europe. Natürlich gab es wieder Monologe bis zum Erbrechen um anschließend mit einem Gemetzel auch noch den letzten Rest des Mageninhalts der Zuschauer auf Sitze und Leinwand zu ejakulieren. Unfassbar, daß ausgerechnet Tarantino deutschsprachige Schauspieler auffährt um gewisse Hollywoodgrößen in Grund und Boden spielen zu lassen.
September:
Public Enemies

Klang in allen Ankündigungen vielversprechend (Depp! Bale!), war dann aber doch über weite Strecken einfach nur langweilig und hölzern. Immerhin bekam Johnny am Ende in Zeitlupe einen Kopfschuss.
Oktober:
It might get loud
Verblendung

3 Guitahristen treffen sich und reden über Musik und ihre Guitahren. Da kanns schonmal laut werden. Wenn Edge und Jack White dann aber ehrfürchtig-interessiert zuschauen wie Jimmy Page das Riff aus "Whole lotta love" raushaut bleibt kein Auge trocken. Hinterher muß man heftig schlucken wegen der Dinge zu denen Menschen fähig sein können. Und freut sich doch auf eine Fortsetzung der Trilogie.
November:
Die Standesbeamtin

Hier spricht man schwyzerdeutsch und bringt allein schon deshalb das hochdeutsche Publikum zum lachen. Die Story ist einfach und (dem Titel entsprechend) romantisch, obwohl Hugh Grant gar nicht mitspielt.
Dezember:
Whatever works
Looking for Eric
Soul Kitchen

Zum Schluß noch ein flotter Dreier um das Jahr zu beenden: Woody, Fußball und Fatih. Eine merkwürdigere Kombination gibts wohl nicht (wobei Fußball und Fatih vermutlich schon zusammen gehen), aber was ist im Kino schon unmöglich?

Wer kommt 2010 mit?