Stell Dir vor Du hast einen "Freund". Wie auch immer Du "Freund" definierst. Stell Dir vor Du teilst mit ihm ein Hobby, zum Beispiel Tonträger sammeln oder so. Stell Dir weiterhin vor dieser "Freund" ist musikalisch zu 95 % anders drauf als Du aber dennoch irgendwie nett. Und schließlich sind da ja noch die restlichen 5 % auf die man sich gemeinsam einigen kann.
So kann es ja passieren, daß ein gemeinsam verehrter Künstler auf einen Besuch (also ein Konzert) in die Nähe kommt. Klassischerweise wird das Monate vorher angekündigt und mehr oder minder ebenso lang kauft man dann die Karten, da man im bestuhlten Saale gute Plätze haben will. Stell Dir vor es ist bei jeder neuen Veröffentlichung (und Konzertreise) so, daß DU die Karten besorgst für diesen "Freund", dessen Frau und Dich. Ja. Und stell Dir weiterhin vor dieser Freund wohnt 50 km entfernt und reist mit dem Auto an, während Du die Straßenbahn nimmst.
Stell Dir vor Du besorgst nun also die drei Karten im November 2008 für das Konzert im November 2009, denn so trug es sich zu. Stell Dir vor in diesen 12 Monaten hättest Du diesen "Freund" genau 2mal gesehen (jedes Mal fährst Du die 50 km), ihm den neuesten Tonträger des besagten Künstlers besorgt (auch der "Freund" mag gern archaische Arten wie z. B. Langspielplatten) und darüber hinaus auch noch eine Karte für einen ebenfalls gemeinsam verehrten Kabarettisten (notorisch häufig schnell ausverkauft) besorgt.
Was würdest Du dann denken wenn nach dem Konzert vor der Halle der Satz "Wir müssen dann da lang..." an Dein Ohr dringt. Sicher, Du willst Dich nicht aufdrängen nach dem Motto "Hey, ich muß jetzt 15 Minuten auf die nächste Bahn warten, könntet ihr vielleicht..." - aber dann fallen Dir all die anderen Konzerte ein für die Du ebenfalls die Karten besorgt hast und nach denen Du nach Hause gefahren worden bist. Du fragst Dich im Stillen was sich wohl verändert haben mag und schweigst.
Verabschiedung.
Aus.
Und dann setzt Du das Wort "Freund" in Anführungszeichen. Oder?